Konzept Text

Gerburg Neunteufl Pipina Schickaneder erforscht in ihren Arbeit die Differenzen zwischen der persönlich wahrgenommenen, scheinbaren Realität und der „tatsächlichen Realität“. Sie geht den Fragen nach: Was ist es, was wir sehen? Wie viele und welche Informationen sind notwendig, um Klarheit über das Tatsächlichen zu bekommen? Dabei arbeitet sie mit naturwissenschaftlichen Messmethoden und stellt diese mathematisch ausgewertet der individuellen Wahrnehmung gegenüber.

                   

Sie startet den Versuch sich mittels farbmetrischen Messverfahren einem Selbstporträt, ihrer Nase, zu nähern, wie sie Digitalkameras verwenden. In ihrem weiteren künstlerischen Prozess wird dadurch die Nase nur formlos und geht beinahe verloren. In einer anderen Arbeit geht sie der Frage nach, wie viele Farbtöne verbergen sich in einem Fichtenholz, also in einem natürlichen Stoff. Welche Koordinaten haben die Farbtöne im Farbraum und wie viele können wir, bzw. die Künstlerin unterscheiden. Sind es 5 oder 144 oder etwas dazwischen? Eine exakte Anzahl lässt sich nur subjektiv und momentan finden.

Die psychophysikalische Farbmetrik thematisiert sie auch inweiteren Arbeiten. Bekanntlich kann das menschliche Auge mehr Grüntöne wahrnehmen, alsdurch Farbmittel gemischt werden können. Die Künstlerin unternimmt unmittelbar in der Natur Versuche, um an diese Grenzen der Farbmischung zu gelangen und zeigt dies in ihren malerischen Arbeiten, Fotografien und Farbreihenuntersuchungen.

         

Mit unterschiedlichen weißlichen Farbtönen hat die Künstlerin eine Konstruktion aus Stäben in einen weißen Raum installiert und thematisiert damit die komplexe Raumwahrnehmung, die von Farbe und Form, wie Pixeln und Koordinaten abhängen. Durch ein so genanntes wechselndes Kalibrieren des wahrgenommenen Weiß des menschlichen Auges ist es nicht klar, was im Raum nun tatsächlich Weiß ist.

Wie viele Informationen notwendig sind, um einen Raum zu begreifen, geht es auch in dem Video und in der Fotogramm Serie Sceneries Making Truth ist stets ein thematischer Bestandteil in den Arbeiten der Künstlerin, in dem sie die Grenzen zwischen den Raum- und Farbanalysen gegenüber der menschlichen Wahrnehmung aufzeigt, die oft die selben Probleme wie in der Quantenmechanik beinhalten, wo die Beobachtung an sich bereits ein zu großer Einfluss ist und das Objektive dadurch nicht klar definiert werden kann.

back