Ansicht (Teil1)

 

 

 

Ansichten (Teil1)

2018
Farbfotografie (Laserprint auf PC-Papier) 21x31 in Holzrahmen 30x40
s/w Fotogramm auf PC-Papier ~ 17x24 in Holzrahmen 30x40

Die beiden Fotoarbeiten können als Vorbereitung und Untersuchung eines Selbstporträts verstanden werden. In dem farbfotografischen Bild sind gemessene Grauwerte im Bereich der Nase aufgeklebt. Ähnlich der digitalen Gesichtserkennung wandeln sie die subjektive Wahrnehmung in scheinbar objektive Daten um. Dieses analytische Erfassen des Gesichtes lässt durch die schiere Menge an Zahlen die eigentlich wesentlichen Merkmale und Formen verschwinden. Während das erforschte Körperteil der Nase kaum noch erkennbar ist, treten die Augen umso stärker in den Fokus. Trotz der Fülle an Daten kommt die Persönlichkeit und das subjektive Befinden der Künstlerin zum Vorschein.
In einem zweiten Schritt werden die ermittelten Messwerte schließlich in der Form eines Fotogrammes dargestellt. Durch ein komplexes System von übereinander gelagerten Scherenschnitten wird ein Fotopapier in der Dunkelkammer verschieden langen Belichtungszeiten ausgesetzt. Es entsteht eine digitale Ästhetik, die dem analogen Prozess der Bildgewinnung gegenübersteht. So decken die fotografischen Arbeiten nicht nur den Informationsverlust auf, der mit der Komplexität von Datenanalysen einhergeht, sondern hinterfragen gleichzeitig die Grenzen zwischen analog und digital.

Color photograph (Laserprint on PC paper) 21x31 in wooden frame 30x40
black/white photogram on PC paper ~17x24 in wooden frame 30x40

Each of these images can be understood both as preparations for and explorations of a self portrait. In the case of the color photograph, greyscale values are affixed to the area of the nose where they were measured. This transformation of subjective perception into seemingly objective data is reminiscent of the processes involved with digital facial recognition technology. During such a process of analytic acquisition, essential characteristics and contours disappear behind the massive amount of data collected. However, while this conversion renders one body part barely recognizable, another, the eyes, come more and more into focus. The personality and subjective viewpoint of the artist comes through clearly, in spite of the anonymising effect of the data points.
In an additional transformative step, the measured greyscale values are presented in the form of a photogram. In a darkroom, a single sheet of photographic paper is exposed to various exposure lengths while being shielded under a complex system of layered paper cuttings. This results in a digital aesthetic resembling the analog process of digital imaging. These photographic works thus reveal not only the information loss inherent in the complexity of data analysis, but also call into question the borders dividing the analog and the digital.